Kärlicher Schloß - Stadtmuseum Mülheim-Kärlich

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Kärlicher Schloß

Sehenswertes
Das Kurfürstliche Schloss in Kärlich

Im Jahre 1344 wurde erstmals für Kärlich eine Wasserburg erwähnt. Sie befand sich etwa in Höhe der heutigen Grundschule. Erzbischof Carl Caspar von der Leyen ließ im Jahre 1654 die Wasserburg zu einem Schloss umbauen und mit einem barocken Garten umgeben. Besonders die beiden letzten Trierer Kurfürsten, Philipp von Walderdorff und Clemens Wenceslaus (geb. am 28.09.1739, gestorben am 27.07.1812) hielten sich im Sommer sehr häufig in Kärlich auf. Sie ließen auch den Burggarten und den großen Landschaftspark, der sich bis nach Bassenheim erstreckte, neu anlegen.

Die Französische Revolution bedeutete auch für das Kurfürstentum Trier das Ende. Als die Revolutionsarmeen in Richtung Rheinland vorstießen, verließ der letzte Trierer Kurfürst, Clemens Wenceslaus vermutlich von Kärlich aus am 21.10.1792 sein Kurfürstentum. Die französischen Besatzer zerstörten im Jahre 1794 Schloss, Garten und Landschaftspark. Was vom Gebäude übrig geblieben war, benutzten die Einwohner als „Steinbruch“.

Die französische Besatzung von Mülheim-Kärlich und den umliegenden Orten endete im Jahre 1815. Die hiesige Region gehörte von da an zur Preußischen Rheinprovinz.

Von der Existenz des Schlosses ist heute nahezu gar nichts mehr zu sehen. Eine Spur führte zur ehemaligen Kärlicher Grundschule: Im Erdgeschoss des alten Schulgebäudes befand sich noch eine ca. 2 Meter große Säule aus dem zerstörten Bauwerk, die nach dem Neubau der Grundschule vorerst eingelagert wurde.

Seine Spuren hat das Schloss auch im Wappen der Stadt Mülheim-Kärlich hinterlassen: Das rote Kreuz weist auf die Jahrhunderte währende kurfürstliche Herrschaft der Trierer Erzbischöfe hin. Die beiden Bischofsstäbe erinnern an die Kurfürsten Carl Caspar von der Leyen und Clemens Wenceslaus von Sachsen, die sich oft in ihrem Jagdschloss in Kärlich aufgehalten und dieses umgestaltet haben.

Der Standort des Schlosses lässt sich übrigens auch durch den Verlauf von zwei Straßen nachweisen: Sowohl die Weißenthurmer Straße als auch der Reihbäumeweg führten zu dem Schloss, wobei die zuletzt genannte Straße in Verlängerung bis an den Rheinübergang zum Engerser Schloss führte.

Der Kärlicher Willi Gräf stellte im März 1998 ein Modell des Kurfürstlichen Schlosses zu Kärlich vor. Grundlage für seine Rekonstruktion waren alte Gemälde aus dem Mittelrhein-Museum und dem Schloss Bürresheim (bei Mayen). Auch der ”Plan von dem Churfürstlichen Land Schloss zu Cärlich” von Johannes Seitz (1771) sowie eine aus neuerer Zeit stammende Grundrisszeichnung, beide veröffentlicht im Heimatbuch von Mülheim-Kärlich (1981), dienten als Vorlage. Auffallend ist, dass sich beim Modell der quadratische Dachturm genau in der Mitte des Daches befindet. Dies widerspricht zwar den Darstellungen auf den Gemälden, ist aber so den verschiedenen Baubeschreibungen zu entnehmen.

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Stand: 26.10.2017
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